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Die Videoplattform YouTube http://www.youtube.com sperrt nun auch Musikvideos in Deutschland. Nachdem erst kürzlich Lizenzverhandlungen mit der britischen Verwertungsgesellschaft PRS for Music scheiterten und Musikvideos in Großbritannien blockiert wurden, ist es jetzt zu einem Zerwürfnis zwischen Google und der deutschen GEMA http://www.gema.de gekommen. Grund dafür sind um ein Vielfaches höhere Lizenzforderungen seitens der Verwertungsgesellschaft, wie Google in einem offiziellen Blog-Eintrag mitteilt.
GEMA fordert 50 Mal höhere Lizenzabgaben als britische Verwertungsgesellschaft "Wir hatten mit der GEMA die vergangenen eineinhalb Jahre ein sehr harmonisches Verhältnis. Nun jedoch verlangt diese Lizenzabgaben von zwölf Cent pro abgespieltem Stream - eine völlig überzogene Forderung", kritisiert Google-Sprecher Kay Oberbeck. Die britische Verwertungsgesellschaft habe zuletzt 0,22 Cent vorgeschlagen, damit liege die GEMA-Forderung um ein Fünzigfaches darüber. "Diese Forderung ist für uns wirtschaftlich überhaupt nicht tragbar. Wir würden jedes Mal Geld verlieren, wenn ein Nutzer einen Stream anhört", so Oberbeck weiter. Zudem wolle die GEMA nicht einmal offen legen, um welche Künstler es sich bei den Abgaben im Detail handle. Google betont, die Kreativität der Musikschaffenden zu schätzen. Das Unternehmen wolle den Rechteinhabern ermöglichen, einen signifikanten Umsatz über YouTube zu generieren. Allerdings lägen die GEMA-Forderungen nun viel zu weit über den bisher bezahlten Lizenzabgaben. Das und die mangelnde Transparenz über das von ihr vertretene Musikrepertoire habe nun zu der Musikvideosperre geführt. "Großbritannien und Deutschland sind zwei voneinander unabhängige Fälle. Es gibt hier kein Muster. Darüber hinaus sind wir weiterhin an einer Zusammenarbeit mit der GEMA sowie der britischen PRS interessiert", betont Oberbeck. In Großbritannien befinde sich Google derzeit bereits in positiven Gesprächen. Wie es in Deutschland weitergehen wird, bleibt erst einmal offen. "Im Sinne der Nutzer und im Sinne der Künstler wollen wir nach wie vor eine Lösung finden", so der Google-Sprecher. In Österreich und der Schweiz sowie in allen anderen Ländern, abgesehen von Deutschland und Großbritannien, sind die Musikvideos weiterhin uneingeschränkt verfügbar. Das es so kurz nacheinander in gleich zwei wichtigen Märkten zur Sperre kam, bezeichnet Google als Zufall. Die GEMA ihrerseits signalisierte trotz des aktuellen Zerwürfnisses ebenfalls Bereitschaft, weiter mit YouTube zu verhandeln. Laut GEMA scheiterten die Verhandlungen, weil Google weiterhin "nur eine Pauschalgebühr" bezahlen wollte. Die Verwertungsgesellschaft hingegen will detailliertere Angaben zu der Anzahl der abgespielten Streams und genutzten Musikstücken. Die GEMA möchte so die "Angemessenheit der Vergütung" besser beurteilen und die Einnahmen "zielgerichteter" an die Urheber ausschütten können, argumentiert die Verwertungsgesellschaft. (pte) |
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