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Wohltätigkeitsverbände in Großbritannien verlangen nach einheitlichen Blockaden von Kinderporno-Webseiten. Mehrere Kinder-Charityorganisationen zeigen sich "ernsthaft besorgt" darüber, dass nach wie vor eine große Zahl an britischen Haushalten ungehindert auf Pädophilie-Seiten im Netz zugreifen kann. Zwar wurden alle Internet Service Provider (ISPs) bereits mit Ende 2007 von der Regierung dazu aufgefordert, illegale Kinderporno-Seiten zu sperren, berichtet BBC Online. Dennoch widersetzen sich einige kleinere Anbieter nach wie vor dieser Vorgabe, wodurch in Großbritannien noch immer mehr als 700.000 Haushalte direkten Zugang zu den Missbrauchsseiten haben.
Die Provider rechtfertigen sich zum Teil damit, dass die Empfehlungen der Internet Watch Foundation (IWF), die eine Liste mit den illegalen Webseiten zusammengestellt hat, nicht effektiv seien. "Wir haben das von der IWF empfohlene System bisher nicht eingeführt, weil wir Bedenken über seine Effektivität haben", erklärt zum Beispiel der Internetanbieter Zen Internet. Andere ISPs wiederum hätten aufgrund der damit verbundenen Kosten das Blockadesystem bislang nicht umgesetzt, heißt es in dem BBC-Bericht. Auch in Deutschland wird das Thema aktuell heiß diskutiert. Die Bundesfamilienministerin Ursula von der Leyen machte sich bereits mehrmals für die Sperrung kinderpornografischer Webseiten stark. Allerdings konnten sich Politik und Internetprovider bislang auf keine gemeinsame Regelung einigen. Erst vergangene Woche verweigerten die Anbieter neuerlich die Unterzeichnung einer Vereinbarung zu entsprechenden Online-Blockaden. Weitere Gespräche zwischen den beiden Parteien sind für 13. März angesetzt. An einer selbstverpflichtenden Sperre, wie sie in den USA vergangenes Jahr von den ISPs unterzeichnet und auch in Großbritannien zumindest teilweise umgesetzt wurde, scheinen die deutschen Provider derzeit jedenfalls wenig Gefallen zu finden. Kritiker sehen in dem derzeitigen Entwurf zudem wenig Nachhaltigkeit und fordern weitgreifendere Maßnahmen, die grundsätzlich die Kinderporno-Industrie bekämpfen und nicht nur den Zugang zu entsprechenden Seiten erschweren. Charityorganisationen wie die National Society for the Prevention of Cruelty to Children (NSPCC) http://www.nspcc.org.uk zeigen sich indes sehr besorgt. "Diese Schlupflöcher zu ermöglichen, unterstützt den fürchterlichen Handel mit Bildern von Kindern, die sexuell missbraucht werden", sagt Zoe Hilton, Politikberaterin bei der NSPCC. Aus Sicht der Children's Chartities Coalition on Internet Safety (CCCIS) ist die derzeitige Selbstregulierung der Internetanbieter einfach nicht ausreichend. Die Selbstregulierung funktioniere nicht und daher seien strengere Maßnahmen seitens der Regierung erforderlich, argumentiert der Verband. "Wir brauchen jetzt ein maßgebliches Einschreiten der Regierung, um sicher zu stellen, dass auch jene ISPs, die sich der Vorgabe bisher widersetzten, gezwungen sind, sich anzupassen", sagt Hilton. Der britische Innenminister Alan Campbell verweist indes darauf, dass bereits 95 Prozent aller Breitbandkonsumenten im Land durch die Sperren am Zugriff auf illegale Seiten gehindert werden. An den restlichen fünf Prozent werde gearbeitet. (pte) |
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